Acker-Gauchheil (Anagallis arvenis)

 griech. „anagallis“ = die Unscheinbare; auch Roter Gauchheil, Wetterpflanze

Der Acker-Gauchheil schließt bei nahender Wetterverschlechterung sehr frühzeitig seine Blüten, was früher zur Vorhersage herangezogen wurde. Der deutsche Name Gauchheil geht auf die veraltete Bezeichnung „Gauch“ für den Kuckuck zurück. Im übertragenen Sinne waren damit auch Narren („Gaukler“) gemeint. Gauchheil bezieht sich auf die medizinische Verwendung der Pflanze als Heilmittel gegen Geisteskrankheiten.
Die zu den Primelgewächsen zählende Art liebt nährstoffreiche Lehmböden und wächst auf Äckern, Brachen, Schuttplätzen, an Wegen, Straßenrändern, in Gärten usw. Als einjährige Ruderalpflanze behauptet sich nur dort, wo nackter Boden offenliegt. In dauerhaften Pflanzengesellschaften mit geschlossener Narbe oder bei starker Beschattung der bodennahen Schichten kann er nicht konkurrieren. Der Acker-Gauchheil ist eine kleinbleibende, am Boden kriechende Pflanze, die darauf angewiesen ist, dass ihre Samen immer wieder auf geeignete Standorte gelangen. Tiere und Menschen verbreiten die winzigen Samen oft mit anhaftendem Schmutz, außerdem werden sie leicht verschwemmt oder verweht.

Der Acker-Gauchheil ist bayernweit ungefährdet und im Augsburger Raum überall zu finden. Die Art wurde 2009 nicht angesät.

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